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Düstere Wirtschaftsprognose

Die Wirtschaftsabschwächung hat alle nordischen Länder getroffen. Der
Grund: stärkere Inflation und höhere Zinsen. Ein Wirtschaftswachstum
wird vor 2010 nicht erwartet. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass
die Arbeitslosenrate nach einem mehrjährigen Abwärtstrend in Zukunft
steigen wird.

Die Analysten von Nordea haben ihre Prognosen für das
Wirtschaftswachstum der kommenden Jahre nach unten korrigiert. Dies
wurde heute in der Publikation Economic Outlook veröffentlicht. Die
US-Krise und eine europäische Währung, die so stark wie noch nie ist,
haben den europäischen Exportsektor hart getroffen; ein ähnlicher
Trend lässt sich in fast allen asiatischen Ländern beobachten.
Fest steht ebenfalls, dass eine Abkopplung der US-Wirtschaft von der
übrigen Welt nicht möglich ist.

Die Kreditkrise ist noch nicht überwunden, und die Immobilienmärkte
in vielen Ländern leiden unter schwerwiegenden Problemen, was sich
auf die Aussichten für den Privatkonsum und das Investitionsklima
auswirkt. Es liegt auf der Hand, dass wir einen relativ langen
Zeitraum mit einem gedämpften Wachstum erwarten können - auch in den
nordischen Ländern", sagt Nordeas Chefökonom, Helge J. Pedersen.

Die dänische Wirtschaft ist bereits von einer markanten
wirtschaftlichen Abschwächung gezeichnet. Dies ist weiterhin der
Krise auf dem Immobilienmarkt zuzuschreiben, die zu einem geringeren
Anstieg der Verbraucherausgaben und rückläufigen
Immobilieninvestitionen geführt hat. Hinzu kommt, dass eine hohe
Inflation und auch die Wirtschaftsprognosen für die wichtigsten
Handelspartner des Landes, die nur als düster bezeichnet werden
können, auf ein geringeres Wirtschaftswachstum in den kommenden
Jahren deuten. Wir erwarten daher, dass die zurzeit rekordniedrige
Arbeitslosenrate steigen und dies mit zeitlicher Verzögerung den
Aufwärtstrend von Löhnen und Gehältern verlangsamen wird. Das
Niedrigwachstum wird dazu beitragen, den augenblicklichen starken
Inflationsdruck auf die dänische Wirtschaft zu mindern und zu
sichern, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Exportbranche nicht
ernsthaft in Gefahr gerät. Das Risiko einer überhitzten Wirtschaft
verflüchtigt sich langsam. Ganz im Gegenteil besteht jetzt ein Risiko
für einen noch deutlicheren Abschwung der dänischen Wirtschaft.

Die Aussichten für die finnische Wirtschaft haben sich weiter
verschlechtert. Jetzt geht es nicht nur um trübe Aussichten für den
Export: die Binnenwirtschaft ist ebenfalls direkt vom zunehmender
Inflation und hohen Zinsen betroffen. Wir meinen, dass das
Wirtschaftswachstum in Finnland bereits im zweiten Halbjahr 2008
wesentlich unter dem Durchschnitt liegen wird und eine Erholung nicht
vor 2010 zu erwarten ist. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern
erscheint die Prognose für Finnland noch recht vernünftig. Alles in
allem ist das makroökomische Gleichgewicht intakt, und der
Immobilienmarkt hat sich im Vergleich zu den übrigen nordischen
Ländern als stabiler erwiesen. Trotzdem zeigen sich die mit einem
Wirtschaftswachstum verbundenen Risiken weitaus deutlicher als
bisher.

In Norwegen wurden die Zinsen in den vergangenen Jahren markant
erhöht. Eine weitere Erhöhung steht bevor, weil sich die Inflation
stärker entwickelte als von der Zentralbank erwartet. Die
Verbrauchernachfrage wird sich markant abschwächen, und die
Investitionen auf dem Festland könnten zurückgehen. Ein geringeres
Wachstum der Festlandsexporte wird ebenfalls zur wirtschaftlichen
Abschwächung beitragen. Ein stärkeres Wachstum der öffentlichen
Nachfrage und der Erdöl-Investitionen wird die Talfahrt jedoch
abbremsen. Trotzdem wird die Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren
steigen und den Anstieg der Löhne und Gehälter bremsen. Damit wird
die Kerninflation im Laufe von 2009 das abgesteckte Ziel wieder
erreichen. Norges Bank, die Zentralbank, könnte dann ihre
Schlüsselraten langsam senken. Die Spanne zwischen den norwegischen
kurzen Zinsen und denen im europäischen Raum wird sich jedoch auch in
Zukunft erweitern, und die NOK bleibt weiterhin stark.
Die schwedische Wirtschaft kam in der ersten Jahreshälfte 2008 zu
einem Stillstand und wird im kommenden Jahr nur ein sehr langsames
Wachstum erleben, bis im Jahre 2010 von einer Erholung die Rede sein
kann. Die Beschäftigung ist in den vergangenen Jahren markant
angestiegen; jetzt steigt die Zahl der Arbeitslosen, und der
Beschäftigungsanstieg hat sich verlangsamt. Wir erwarten, dass die
Beschäftigung in den kommenden Jahren zurückgeht und die
Arbeitslosenquote steigt. Die Inflation wurde durch steigende
Energie- und Nahrungsmittelpreise angekurbelt. Aufgrund stabilerer
Preise für Öl und andere Waren wird jedoch nicht mit einem weiteren
Anstieg gerechnet. Wir erwarten, dass die Inflation Mitte 2009 die
2-Prozent-Marke erreichen wird. Mit einer rückläufigen Inflation,
einem verlangsamten Wachstum und einem weniger angespannten
Arbeitsmarkt erwarten wir, dass der Reposatz auf 3,5 % gesenkt wird.

Sehen Sie das Interview mit Helge Pedersen über nordische
Wirtschaftstrends unter www.nordea.com/eo/uk. Sie können den Bericht
dort herunterladen.

Weitere Informationen erhalten Sie von
Chefökonom Helge J. Pedersen, Tel.: +45 33 33 31 26.
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