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Zu wenig Zeit kann tödlich sein! |
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Bonn, den 01. Oktober 2008. Ärzte haben im Durchschnitt zu wenig Zeit
für die Behandlung von Menschen mit Mukoviszidose. Das kritisiert der
Geschäftsführer des Mukoviszidose e.V. Dr. Andreas L.G. Reimann,
anlässlich der diesjährigen Nationalen Mukoviszidose Woche 2008. "Das
Leben der Betroffenen hängt von einer engmaschigen und zeitintensiven
Betreuung ab. Patienten mit Mukoviszidose berichten jedoch, dass ihre
Zeit in den spezialisierten Krankenhaus-Ambulanzen immer öfter sehr
knapp bemessen ist." Die Folge: Wichtige Gespräche und Untersuchungen
unterbleiben, Gründe für eine lebensbedrohliche Verschlechterung des
Krankheitsverlaufes werden nicht entdeckt. Neben den schwer
erkrankten Patienten klagen auch deren Ärzte über diese Situation.
Die Zeit, um sich mit der Vorstellung der Patienten und der
konsequenten Nachverfolgung vereinbarter Maßnahmen zu beschäftigen,
werde immer knapper, berichten sie.
Deutschland weit unter europäischem Standard
Eine Studie im Auftrag des Mukoviszidose e.V. belegt diese
Wahrnehmung von Patienten und Ärzten. Während der Europäische Konsens
3,2 ärztliche Personalstellen verlangt - stationäre und ambulante
Versorgung zusammengenommen - liegt in Deutschland der Durchschnitt
für die ambulante Versorgung nur bei 0,84 ärztlichen Personalstellen.
Bei dem nicht-ärztlichen Personal ist die Situation noch
gravierender: Während der Europäische Konsensus acht Vollzeitstellen
für 100 Patienten verlangt, werden in Deutschland im Schnitt nur 1,5
Vollzeitstellen besetzt.
CF-Behandlung: ein Fass ohne Boden?
"Und selbst diese Situation ist derzeit gefährdet. Denn die Studie
belegt, dass nur rund 51 Prozent der während einer ambulanten
Behandlung entstehenden Kosten durch Leistungen der gesetzlichen
Krankenversicherung abgedeckt werden. Der Rest muss von den
Klinikträgern 'querfinanziert' oder durch Spenden beigebracht werden.
Wir fordern deshalb: Die Versorgung von seltenen Erkrankungen wie
Mukoviszidose muss sich auch in den Vergütungssätzen für
Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte sowie nicht-ärztlich Behandelnde
widerspiegeln", meint Reimann.
Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. In
Deutschland leben rund 8.000 Menschen mit der bis heute unheilbaren
und tödlichen Krankheit. Durch eine Störung des Salz- und
Wassertransports in den Körperzellen bildet sich zähflüssiges Sekret.
Organe wie die Lunge oder die Bauchspeicheldrüse werden so
irreparabel geschädigt.
Ein Foto zur Pressemitteilung können Sie hier downloaden:
http://hugin.info/138906/R/1255562/273690.jpg
Foto: Prof. Dr. Thomas O.F. Wagner, Pneumologe an der
Universitätsklinik Frankfurt mit einer Mukoviszidose-Patientin. Für
sie ist der Austausch mit ihrem behandelnden Arzt überlebenswichtig.
Kontakt:
Mukoviszidose e.V.
Pressestelle
Annette Schiffer
Telefon: 0228/98780-22
Email: ASchiffer@muko.info Copyright © Hugin AS 2008. All rights reserved.
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