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Deutscher Maschinen- und Anlagenbau profitiert stark von Solarboom |
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Solarstrom in zehn Jahren wettbewerbsfähig, falls Politik Förderung
nicht zu schnell reduziert
Berlin, 17. April 2008 - Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer
profitieren erheblich von der weltweit wachsenden Nachfrage nach
Solarstrom. Allein die Ausrüster der Solarindustrie erwirtschafteten
2007 875 Mio. Euro und wachsen weiter. Für 2008 rechnet der
Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit einem Umsatz der
mittelständisch geprägten Zuliefererbranche von rund einer Milliarde
Euro. Gleichzeitig werde der technologische Vorsprung in diesem
Bereich dafür sorgen, dass Deutschland seine Führungsposition in der
Solartechnik weiter ausbaut.
Die Skalierung der Produktion, zunehmende Automation sowie
verbesserte und vollintegrierte Fertigungslinien ermöglichen nach
Angaben des BSW-Solar kontinuierliche Kostensenkungen in der
Produktion von Solarstromanlagen. In spätestens zehn Jahren werde
Solarstrom wettbewerbsfähig mit den Verbrauchertarifen für Strom aus
konventionellen Gas- und Kohlekraftwerken. Voraussetzung dafür seien
jedoch anhaltend attraktive Investitionsbedingungen. Die im
Erneuerbare-Energien-Gesetz verankerte Solarförderung dürfe deshalb
nicht zu schnell reduziert werden, so die übereinstimmende Forderung
von Forschungs-, Industrie- und Handwerkerverbänden.
Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft:
"Innerhalb weniger Jahre hat sich die deutsche Solarindustrie aus
einem Manufakturstadium hin zu einer industriellen
High-Tech-Massenproduktion entwickelt. Möglich wurde dies durch
Forschungserfolge und den Know-how-Vorsprung des deutschen Maschinen-
und Anlagenbaus. Deutsche Solarunternehmen können ihre
Technologieführerschaft zunehmend in Exporterfolge umsetzen und
tragen weltweit maßgeblich zum Aufbau einer zukunftsfähigen und
nachhaltigen Energieversorgung bei."
Allein in den letzten zehn Jahren konnten die Kosten für
Solarstromanlagen hierzulande nahezu halbiert werden. Im letzten Jahr
sanken sie nach Angaben des BSW-Solar um sechs Prozent. Carsten
Körnig: "Sobald Solarstrom vom eigenen Dach günstiger ist als
konventioneller Strom aus der Steckdose, wird Solarenergie zu einer
tragenden Säule der Stromversorgung." Langfristig rechnet der
BSW-Solar mit einem Solaranteil von rund einem Viertel am deutschen
Strom-Mix.
Die Photovoltaikbranche zählt in Deutschland inzwischen rund 100
Hersteller, Maschinen- und Anlagenbauer. Während die
Zuliefererindustrie vornehmlich in den alten Bundesländern beheimatet
ist, siedeln sich die Solarfabriken für die Produktion von
Solarzellen und Solarmodulen vor allen Dingen in den neuen
Bundesländern an. Im Jahr 2007 konnte die deutsche Solarbranche nach
Verbandsangaben ihre Auslandsumsätze um rund 70 Prozent steigern.
In Deutschland werden derzeit erhebliche Produktionskapazitäten für
die Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen aufgebaut. Nach
einem jüngst vom Institut für Wirtschaftsforschung der Uni München
(ifo) und Wirtschaftsexperten des EuPD Research erstellten Gutachten
werden deutsche Solarfabriken ihre Kapazitäten für die Produktion von
Solarzellen von 1,7 Gigawatt (GW) im Jahr 2007 auf 4,5 GW im Jahr
2010 mehr als verdoppeln. Die Produktionskapazitäten für Solarmodule
werden sich am Standort Deutschland von 1,2 GW auf 3,8 GW
verdreifachen. Die Branche beabsichtigt in den nächsten drei Jahren
hierzulande über sieben Mrd. Euro in den Auf- und Ausbau modernster
Solarfabriken zu investieren, zudem rund 600 Mio. Euro in Forschung
und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Photovoltaikbranche wird sich
inklusive Zulieferer von 6,5 Mrd. Euro 2007 auf nahezu zwölf Mrd.
Euro im Jahr 2010 erhöhen, so die Gutachter. Die Branche werde dann
55.000 Menschen in Deutschland beschäftigen und die Hälfte ihrer
Umsätze im Ausland erzielen.
Für die nächsten Jahre rechnet der BSW-Solar mit weiteren
Kostensenkungen für Photovoltaikanlagen von jährlich maximal sieben
Prozent. Eine noch schnellere Kostenreduktion sei allerdings
angesichts gestiegener Rohstoffpreise nicht denkbar. Die im
Novellierungsentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes derzeitig
vorgesehene Rückführung der Solarförderung von zeitweise bis zu 9,8
Prozent ist nach übereinstimmender Einschätzung von Forschung,
Industrie und Handwerk überzogen und für die Mehrzahl der Unternehmen
existenzbedrohend. Der BSW-Solar appelliert deshalb gemeinsam mit dem
Forschungsverbund Sonnenenergie und dem Zentralverband der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke ZVEH an den Bundestag,
den vorliegenden Gesetzentwurf nachzubessern und die Förderung um
jährlich maximal sechs bis sieben Prozent abzusenken. Die Existenz
von einigen hundert mittelständischen Solarunternehmen und die
deutsche Technologieführerschaft in der Photovoltaik seien
andernfalls in Gefahr.
Redaktioneller Hinweis: Aktuelle Infografiken und weitere
Hintergrundinfos zur Solarindustrie finden Sie unter
www.solarwirtschaft.de/presse, Neues TV-Footage: "Solarvalley 2.0 -
Solarzellen für den Papst" zum Download unter www.filmplattform.de.
Ansprechpartner auf der Hannover Messe am Eröffnungstag: Dr.
Sebastian Fasbender; 0177 / 176 6602
Kontakt:
Dr. Sebastian Fasbender
Pressestelle
Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
Energieforum
Stralauer Platz 34
10243 Berlin
Tel 030 29 777 88 -30 (-0 Zentrale)
Fax 030 29 777 88 98
Email fasbender@bsw-solar.de
Homepage: www.solarwirtschaft.de
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