 |
|
 |
 |
|
"Web 2.0 ist Standard" |
|
Tagungsbericht IIR-Web 2.0-Kongress, 16. und 17. April 2008 in
Wiesbaden
Frankfurt am Main/Wiesbaden, 22. April 2008. Das Web 2.0 ist
erwachsen geworden und wird von Unternehmen im täglichen Geschäft
eingesetzt. So das Fazit des vierten Web 2.0-Kongresses, den IIR
Deutschland am 16. und 17. April 2008 in Wiesbaden veranstaltete.
Über 140 Marketing- und IT-Verantwortliche informierten sich über die
Anwendung von Web 2.0 in der Unternehmenskommunikation und im
kommerziellen Marketing und erklärten das Web 2.0 zum neuen Standard
in Unternehmen.
"Der große Hype ist vorbei, Web 2.0 ist heute etabliert", stellte der
Kongressvorsitzende Prof. Dr. Marc Drüner (trommsdorf + drüner) fest.
Die thematische Ausrichtung des Kongresses belege dies: "Ging es auf
dem ersten Web 2.0 Kongress im Oktober 2006 noch um das nächste große
Ding im Internet, bestimmen jetzt Marketing und Enterprise 2.0 die
Vorträge und Diskussionen." Das Web 2.0 sei noch immer unstrukturiert
und ein weites Feld, es entwickle sich aber rasant: So wuchs die
Anzahl der Applikationen bei Facebook innerhalb kurzer Zeit auf mehr
als 21 000. Die zunehmende Anzahl der Nutzer sorge für eine stärkere
Vernetzung.
Das Erfolgsrezept: Inhalte und Interaktion
Für den Aufbau von Communities gelte die Regel "Content ist King".
Spielfaktoren, so genannte "Game Mechanics", erhöhten die
Attraktivität für die Nutzer und trügen zum Erfolg einer Community
bei. Dazu gehörten Sammel- und Bewertungssysteme, Usability und
Austauschmöglichkeiten. "YouTube hat hier Maßstäbe gesetzt", so
Drüner. "Von Anfang an konnten YouTube-Nutzer die eingestellten Filme
bewerten und kommentieren. Bei Google-Video gab es das nicht."
Unternehmen müssten zudem die Gradwanderung schaffen, Neulingen den
Einstieg zu erleichtern, zugleich aber den erfahrenen Nutzern
komplexe Anwendungen zu bieten. Denn für Letztere gelte: "Zu
kompliziert gibt es nicht."
Joel Berger: MySpace in der Markenkommunikation
Die Anzahl der Nutzer von Social-Networking-Seiten habe in
Deutschland von Ende 2006 bis Ende 2007 um 120 Prozent zugenommen,
berichtete Joel Berger, Managing Director von MySpace. Im
internationalen Vergleich jedoch hinke Deutschland hinterher: Während
in den USA etwa 37 Prozent und in Großbritannien etwa 30 Prozent der
Benutzer auf Networking-Seiten aktiv sind, sind es in Deutschland nur
rund 14 Prozent. Für die USA wird bis 2011 mit einem Anstieg auf 49
Prozent gerechnet. "Web 2.0 bedeutet die komplette Personalisierung
der Media- und Web-Erfahrung", bringt es Berger auf den Punkt.
MySpace offeriere seinen Nutzern "einen Kreislauf um
Selbstdarstellung, Entdecken und Interagieren mit der Möglichkeit
umfangreicher Anpassungen". Für den Werbetreibenden böte MySpace den
Aufbau von Reichweite, den Launch von Produkten und das Verknüpfen
mit den Leidenschaften der Nutzer. Dies ermögliche die Integration
der eigenen Marke in die Community, und die punktgenaue Ansprache der
Zielgruppen. Zwar drohe den Unternehmen mit Social Networking ein
Kontrollverlust über ihre Marken, aber gleichzeitig eröffne es auch
die Chance auf erlebbare Marken und das Feedback des Kunden.
Skywiki - Der Wissensmarkt bei Fraport
Defizite beim Wissensaustausch veranlassten die Fraport AG im
vergangenen Jahr dazu, ein Wiki einzuführen. "Der Wissensaustausch
entlang der Hierarchien war langsam und fehleranfällig", erinnert
sich Helmut Sins, Leiter der Abteilung Digitale Mediensysteme. Das
Wiki, mit dem Fraport diesem Manko begegnen wollte, sollte
kostengünstig und unkompliziert sein, die bestehende Infrastruktur
nutzen und im eigenen Rechenzentrum betrieben werden. Nach ersten
Versuchen habe sich Fraport für das kostenlose MediaWiki entschieden,
weil es dafür viele Erweiterungen gebe und den Mitarbeitern aus
Wikipedia bekannt sei.
Begleitet von Marketingmaßnahmen und Schulungen ging das
"Fraport-Skywiki" im Juli 2007 mit einer ersten Struktur, einem
Styleguide und 500 Artikeln online. Heute ergänzt das Skywiki mit
etwa 1200 Artikeln, geschrieben von rund 100 Autoren, das bestehende
Intranet. Die Seite wurde an das Unternehmensdesign angepasst und mit
einem eigenen Logo versehen. Sins sieht in dem SkyWiki eine
umfangreiche Wissenssammlung, die auch zur Kommunikation genutzt
werde. Jedoch benötige das Portal eine sowohl technische als auch
inhaltliche Betreuung, die nicht zu unterschätzen sei.
Wiki-Einsatz bei Sixt AG
Sixt setzt bereits seit 1999 im Intranet ein Content Management
System ein, das eine sehr einfache Nutzung und ein hohes Maß an
Kontrolle ermöglicht, wie Cleo Herbst, Produktmanager Intranet und
Holiday Cars bei Sixt AG, erläuterte. Ermutigt durch die Erfahrungen
im Einsatz der Internet Kunden-Community "carmondo" entschloss sich
Sixt, auch im internen Bereich ein Wiki-System einzusetzen. Das
einfache Editieren, sogenannte Spaces für die Darstellung von
Gruppen, verschiedene Newsmöglichkeiten, viele Plug-ins und die hohe
Sicherheit seien die Vorteile dieses Instruments. Es gebe zwar einen
gesperrten Bereich für den Vorstand, sonst würde aber ein einfaches
Berechtigungssystem verwendet. Die Nutzer hätten einen Anspruch auf
Bottom-up-Kommunikation. Der Kommunikationsgedanke stehe im
Vordergrund.
Realisierung des Daimler-Blogs
Die deutsche Blogosphäre sei im internationalen Vergleich
rückständig, wie Uwe Knaus, Leiter Corporate Blog bei Daimler AG,
beobachtete. Die wesentlichen Gründe, Blogs zu nutzen, seien das
Lesen von Inhalten, die nicht an anderer Stelle stünden, und der
Austausch von Tipps und Tricks. Durch die einfache Erstellung von
Artikeln mit Blogs entfalle meist der Journalist als Gatekeeper.
Gleichzeitig reduziere sich der Konsum von Fernsehen und Zeitungen,
so Knaus.
Mit seinem Blog versuche Daimler, das Gespräch und den Dialog mit der
interessierten Öffentlichkeit aufzunehmen. Daimler bekäme durch die
bloggenden Mitarbeiter ein Gesicht und böte Einblicke in den Konzern
sowie Transparenz. Wichtig sei ein bewusstes Verlinken auf andere
Automobilhersteller in der sogenannten Blogroll. Das Daimler-Blog
werde als authentisch wahrgenommen, wobei etwa 30 Prozent der Nutzer
eigene Mitarbeiter seien. "Das Blog zeigt die Kultur des
Unternehmens", so Uwe Knaus.
Der komplette Tagungsbericht mit weiteren Informationen zu Vorträgen
von Amazon, StudiVZ, der Deutschen Bank und Burda Media ist abrufbar
unter:
http://www.iir.de/?target=pressemitteilungen&id=554
Der nächste Web 2.0-Kongress findet am 13. und 14. Oktober 2008 in
Hamburg statt.
http://www.web2.0-kongress.de
Pressefotos in druckfähiger Auflösung sind abrufbar unter:
http://www.konferenz.de/fotos-web2-pr
Autor: Frank Hamm
Kontakt:
Romy König
Pressereferentin
IIR Deutschland GmbH - ein Unternehmen der Informa Group
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main
Tel.:++49 (0)69 / 244 327 - 3391
Fax: ++ 49 (0)69 / 244 327 - 4391
E-Mail: romy.koenig@informa.com
Internet: www.iir.de
|
|
|
|
| |
 |
durchschnittliche Punktzahl: 0 Stimmen: 0
| |
 |
|
|
 |  |