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Über 60% der europäischen Top-Manager fordern mehr Kooperationen
zwischen privaten und öffentlichen Arbeitsmarktakteuren |
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London - 8. Juni 2009. Quer durch Europa wünschen sich die
Unternehmen eine stärkere partnerschaftliche Zusammenarbeit bei den
privaten und den öffentlichen Aktivitäten am Arbeitsmarkt. Das ist
das Ergebnis einer Umfrage unter 500 Top-Managern in den fünf größten
Volkswirtschaften der EU (Deutschland, Frankreich, Großbritannien,
Italien und Spanien), die das Adecco Institute durchgeführt hat.
Die im Zuge der weltweiten Finanzkrise bedrohlich ansteigende
Arbeitslosigkeit provoziert die Frage, wer über die größere
Lösungskompetenz für dieses Problem verfügt, der Staat mit seinen
Arbeitsagenturen oder die privaten Personaldienstleister mit ihrer
Nähe zu den Unternehmen.
Das Adecco Institute hat in den fünf größten Volkswirtschaften der EU
- Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien -
jeweils Top-Manager nach ihrer Präferenz befragt: Haben Sie mehr
Vertrauen in die staatlichen Institutionen oder in die Kompetenz der
Privaten?
Bei allen Unterschieden von Land zu Land und Differenzierungen je
nach speziellen Anforderungen in den Unternehmen war die generelle
Antwort eindeutig: Quer durch Europa wünschen sich die Unternehmen
eine partnerschaftliche Kooperation bei den privaten und den
öffentlichen Aktivitäten am Arbeitsmarkt.
Im Durchschnitt gaben über 60% der befragten Manager an, dass sie die
Partnerschaft beider Sektoren und damit die Forcierung von "Public
Private Partnerships" auf dem Arbeitsmarkt der Stärkung jeweils einer
Ausrichtung (privat oder öffentlich) vorziehen würden. Besonders
ausgeprägt ist dieser Wunsch in Frankreich (82%), Deutschland (74%)
und Spanien (63%), etwas zurückhaltender in Großbritannien (50%) und
Italien (50%).
Gefragt nach dem Nutzwert urteilen die Unternehmen sehr pragmatisch:
Sie versprechen sich von einer Public Private Partnership im
operativen Bereich mehr als von strategischen Plänen. Anders
ausgedrückt: Angesichts der aktuellen Misere am Arbeitsmarkt sind
praktikable Schritte gefragt, weniger Diskussionen über Systemisches
und Zuständigkeiten.
In der Konkretisierung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit werden
die Themen Recruitment, HR Management und Qualifizierung
hauptsächlich dem privaten Sektor zugeordnet. Bei Maßnahmen zum
demografischen Wandel und der sozialen Integration sehen die Manager
die Kompetenz hingegen eher im öffentlichen Bereich. Diese
Aufgabenverteilung wird besonders in den Ländern Frankreich und
Deutschland gefordert, in Italien und Spanien hingegen werden die
Unterschiede in den Kompetenzen nicht derart ausgeprägt beurteilt.
Damit wird deutlich, dass sich im Laufe der Zeit auf der Suche nach
den besten Konzepten und Instrumenten mehr und mehr herausgestellt
hat, dass monokausale Lösungen und Strategien keine hinreichenden
Erfolge versprechen. Es geht längst nicht mehr um Entweder/oder, um
Staat oder Wirtschaft. Es geht vielmehr um den gebündelten
Sachverstand und um möglichst hohe Effizienz.
Public Private Partnerships (PPP) wurden bislang vor allem bei großen
Bau- und Infrastruktur-Projekten praktiziert, beim Bau insbesondere
von Straßen, Tunnels und Brücken. Das setzte freilich ein Umdenken
voraus, vor allem bei jenen, die traditionell hoheitlich
wahrgenommene Aufgaben wie Verkehr, Sicherheit oder Ausbildung nicht
privatwirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzt sehen wollten. Heute
jedoch spricht sich herum, dass das Ziel jeglicher PPP-Prozesse, auch
am Arbeitsmarkt, die Optimierung des privaten und des staatlichen
Ressourceneinsatzes ist.
Je nach politischen Rahmenbedingungen nutzen die untersuchten
europäischen Staaten in unterschiedlicher Weise und Intensität PPP
für ihre Arbeitsmarktpolitik. Entsprechend differenziert fällt auch
die Rolle der privaten Personaldienstleister aus.
Die Zusammenarbeit reicht vom Austausch von Informationen über offene
Stellen über das Outsourcing von speziellen Aufgaben bis hin zum
Wettbewerb um bestimmte Dienstleistungen. Speziell in Frankreich und
Deutschland ist Public Private Partnership vor allem durch das
Ausgliedern von Aufgaben im Rahmen von Vergabeverfahren geprägt.
Handlungsfelder können hierbei das Erstellen von Profilen, die
Beratung in Phasen der Arbeitsaufnahme, die Arbeitsvermittlung auf
Basis von Vermittlungsgutscheinen oder geförderte Einsätze in der
Zeitarbeit kombiniert mit Weiterbildung sein.
Erfolgsfaktoren sind des weiteren die Stärkung der regionalen
Kompetenzen anstelle enger zentralistischer Vorgaben, flexible und
unbürokratische Verfahren zum Outsourcing der Aufgaben und auch die
Sicherstellung der Messbarkeit des Erreichten und damit einhergehend
die Vorgabe von Zielen.
"Sehr erfreulich zu beobachten ist, dass gerade in Zeiten der
wirtschaftlichen Krise öffentliche und private Akteure auf dem
Arbeitsmarkt mehr denn je zur Zusammenarbeit tendieren. So wird ein
regelmäßiger Erfahrungsaustausch forciert. Mittlerweile werden auch
privaten Personaldienstleistern die Kurzarbeitsmodelle zur Verfügung
gestellt; ihnen wird zudem der Zugang zu Qualifizierungsprogrammen
erleichtert. Das ist im Interesse der Arbeitssuchenden durchweg zu
begrüßen und sollte noch intensiviert werden", so Wolfgang Clement,
Vorsitzender des Adecco Institute und ehemaliger deutscher Minister
für Wirtschaft und Arbeit.
Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie auf:
www.adeccoinstitute.com. Das Adecco Institute hat darüber hinaus eine
Forschungsarbeit erstellt, die die Charakteristika unterschiedlicher
PPP-Modelle auf dem Arbeitsmarkt analysiert, internationale
praktische Erfahrungen bewertet und Erfolgsfaktoren herausarbeitet.
Diese Studie ist ebenfalls auf der Website des Adecco Institute
veröffentlicht.
Über das Adecco Institute:
Das Adecco Institute, gegründet 2006 mit Sitz in London, ist
Ideenfabrik zur Zukunft der Arbeit. Ziel des Adecco Institute ist es,
eine Führungsrolle in der Diskussion über die Themen Arbeit und
Beschäftigung zu übernehmen. Durch Forschungsarbeiten, Weissbücher
und Diskussionsforen erarbeitet das Adecco Institute
Modellvorschläge, die Unternehmen und Volkswirtschaften helfen
sollen, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.
Pressekontakt:
Shepard Fox Communications
Axel Schafmeister
Tel. +41 44 252 0708
axel.schafmeister@shepard-fox.com
This announcement was originally distributed by Hugin. The issuer is
solely responsible for the content of this announcement. Copyright © Hugin AS 2009. All rights reserved.
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