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Taiwan braucht den direkten Draht zur WHO

Ein markanter Zwischenfall, der die gefährliche Lage der Republik
China (Taiwan) innerhalb der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
verdeutlicht, ereignete sich im September 2007:

Aus Thailand wurde gemeldet, dass vergifteter Mais in den Export
gekommen war. Die WHO setzte ihren Apparat in Bewegung und
informierte die Mitgliedstaaten. Nur Taiwan als Nicht-Mitglied erfuhr
nichts von der akuten Gefahr. Denn anstatt Taiwan direkt zu
informieren, warnte die WHO ein ganz anderes Land: die Volksrepublik
China. Doch diese übt in Taiwan keinerlei Hoheitsrechte aus und hat
das nie getan. Taiwan regiert sich als souveräner Staat selbst. Die
Folgen waren vorhersehbar: China hielt die Information zehn Tage
zurück, bevor es zuließ, dass Taiwan von den vergifteten Maisexporten
erfuhr. Zehn Tage, in denen mit der Gesundheit der Bevölkerung
Taiwans aus politischem Kalkül gespielt wurde.

Dieser Vorgang ist ein Skandal und zeigt, dass es einfach
unverantwortlich ist, Taiwan weiterhin von der Mitgliedschaft in der
Weltgesundheitsorganisation auszuschließen. Taiwan braucht
wenigstens, und das so schnell wie möglich, einen direkten Draht zur
WHO.

Eine gute Möglichkeit wäre zurzeit ein Beobachterstatus bei der
Weltgesundheitsversammlung (WHA), den das Land auch in diesem Jahr
wieder unter dem Namen "Taiwan" beantragt hat, da die WHA den
offiziellen Ländernamen "Republik China" nicht akzeptiert. Der Grund
für die Bezeichnung "Taiwan" ist also rein pragmatischer Natur und
hat nichts zu tun mit dem möglichen Wunsch nach einer Änderung des
offiziellen Staatsnamens. Langfristiges Ziel bleibt aber die
Vollmitgliedschaft der Republik China (Taiwan) in der WHO.

"Gesundheit für alle" gilt als Kernprinzip der WHO. Die
"International Health Regulations" als wichtige Richtlinien der WHO
verlangen daher, dass alle Länder der Erde in die Arbeit der
Weltgesundheitsorganisation einbezogen werden. Doch bis heute gibt es
eine einzige Ausnahme: Taiwan. Es wird Zeit, dass die WHO endlich
Maßnahmen ergreift, das Land in sein globales Gesundheitsnetz zu
integrieren.

Im Fall des giftigen Maises aus Thailand hat Taiwan Glück gehabt:
Keine Firma hatte das Gemüse importiert. Doch die Sache hätte auch
anders ausgehen können. Zum Schutz seiner und letztlich auch der
Weltbevölkerung: Taiwan braucht direkte Information über
Gesundheitsgefahren. Es braucht einen direkten Kanal zur WHO.


Kontakt:

Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland
Presseabteilung
Markgrafenstr. 35
10117 Berlin



 
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