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Aktien und Firmenanleihen attraktiv bewertet

Swisscanto Investment Update Oktober 2008

Zürich, 8. Oktober 2008 - Die Weltwirtschaft könnte trotz des
grössten Rettungspakets der Geschichte bis Anfang 2010 unter einem
Konjunkturabschwung leiden. Unternehmensanleihen weisen sehr
attraktive Bewertungen auf, weshalb sich für mittelfristig
orientierte Investoren der Einstieg lohnt. Dasselbe gilt für Aktien,
bei denen zudem fast alle technischen Indikatoren Panik unter den
Investoren anzeigen, was für einen Zukauf spricht.

Banken trauen sich gegenseitig nicht über den Weg und geben einander
keine Kredite mehr. Fast jede Bank hortet derzeit Liquidität. Dieses
Problem kann praktisch nur noch durch einen konzertierten Eingriff
mehrerer Staaten gelöst werden. Die Garantie für Spareinlagen durch
den Bund in Deutschland und das Rettungspaket in den USA von 700 Mrd.
US-Dollar sind erste (aber noch nicht ausreichende) Schritte in diese
Richtung. Mit dem grössten Rettungspakets der Geschichte hat die
Vertrauenskrise hinsichtlich des Systemrisikos des Finanzsystems an
Gewicht verloren, ein dauerhaft positiver Einfluss auf die
Investorpsyche ist jedoch nicht gegeben, da sich die Märkte nun auf
den Abschwung der Realwirtschaft konzentrieren. Noch ist völlig
unklar, wie gross der realwirtschaftliche Schaden sein wird. Zudem
wird es eine Weile dauern, bis die Finanzmärkte, insbesondere die
Geldmärkte, wieder normal funktionieren. Auch ein US-Präsident,
Notenbankchef oder Treasurer kann Schulden jedoch nicht "wegzaubern",
sondern nur verteilen. Wird der ursprüngliche Plan, dass
Problempositionen von Finanzinstituten durch die öffentliche Hand
aufgekauft werden können, doch noch umgesetzt, würden die
Finanzinstitute in dem Ausmass durch den US-Steuerzahler beschenkt,
in dem die Aufkaufpreise über den am Markt zu erzielbaren Werten
liegen. Würde sich der US-Dollar aufgrund der gestiegenen
Staatsschuld dadurch abschwächen und müssten US-Treasuries aufgrund
des gestiegenen Defaultrisikos in Zukunft eine höhere Risikoprämie
zahlen, würde auch das Ausland einen grossen Teil der Zeche bezahlen
müssen. Für die USA haben sich die Wachstumsaussichten langfristig so
oder so deutlich verschlechtert. Eine Stabilisierung der Staatsschuld
wird in Zukunft Steuererhöhungen unausweichlich machen. Weltweit ist
der Konjunkturabschwung nach wie vor in einer frühen Phase und könnte
bis Anfang 2010 anhalten. Eine ähnliche Aussage gilt für den eng mit
der Konjunktur verknüpften Gewinnzyklus.


Unternehmensanleihen äusserst attraktiv bewertet

Ein Puzzleteil des Problems ist, dass die Realisierung des fairen
Wertes von Assets Zeit (kein Drang, unter Stress verkaufen zu müssen)
und Liquidität (Zugang zu Cash und eng gestellte Kauf- und
Verkaufskurse) voraussetzt, was zurzeit beides nicht gegeben ist. So
kann man z.B. gestresste AIG-Anleihen für 70% kaufen, aber nur für
50% verkaufen. Aber auch bei den Kreditanleihen sind die
Bid-Ask-Spreads derzeit sehr hoch. Aggressives umschichten lohnt sich
aus diesem Grund nicht, sondern verursacht nur hohe Kosten. Zwar hat
die Kreditqualität mit der sich abschwächenden Wirtschaft ebenfalls
abgenommen, und weitere Ausdehnungen der Kreditspreads sind aufgrund
von Asset-Liquidationen nicht ausgeschlossen. Aufgrund der
Risikoprämien, die bereits vollständig Rezessionsniveau
widerspiegeln, bauen wir Unternehmensanleihen aber trotzdem
sukzessive auf. Dabei konzentrieren wir uns auf Neuemissionen und
überverkaufte Titel, sowie auf Fälligkeiten von unter 5 Jahren
aufgrund der geringen Sensitivität bezüglich Spreadausweitungen.
Mittelfristig sind die Bewertungen auf jeden Fall äusserst attraktiv.


Aktien auf mittlere Sicht kaufenswert

Auch für die Aktien gilt, dass viele schlechte Nachrichten bereits in
den Kursen vorweggenommen sind. Unser konservatives Bewertungsmodell,
welches nicht auf Gewinnschätzungen, sondern auf nachhaltig
erzielbaren Trendgewinnen beruht, zeigt nun zum ersten Mal eine
spürbare Unterbewertung von rund 16% an. Damit können mittelfristig
orientierte Investoren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit über einen
Zeitraum von 5 Jahren überdurchschnittliche Aktienrenditen erzielen.
In der kurzen Frist spielen Bewertungsüberlegungen aufgrund der
Finanzkrise jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Der Stress im
Bankensystem war mit Ausnahme der Weltwirtschaftskrise noch nie so
hoch wie derzeit. Das Misstrauen der Banken untereinander ist so
gross, dass die gegenseitige Kreditvergabe praktisch selbst unter
exorbitant hohen Kosten nicht mehr funktioniert. Eine Bank, welche
kurzfristige Mittel benötigt, kann diesen Kredit praktisch nur noch
über das FED erhalten.

Jede Entspannung auf den Geldmärkten wird zu einem Erholungsrally auf
den Aktienmärkten führen. Dabei wird die Erholung bei Finanztiteln
ausgeprägter ausfallen, und innerhalb der Finanztitel werden die am
meisten gestressten Firmen am meisten hinzugewinnen. Aufgrund des
enormen Vertrauensschadens könnte es jedoch noch Monate dauern, bis
die Geldmärkte wieder halbwegs normal funktionieren. Trotzdem,
diverse Indikatoren wie die implizite Volatilität, das Put-Call-Ratio
und unser Risikoappetitindex deuten darauf hin, dass die Chancen
eines kräftigen Erholungsrallys sehr gross ist. Allerdings besteht
kurzfristig sowohl für Aktien als auch für Firmenanleihen eine hohe
Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Absturz. Aufgrund dieser sehr
geringen Visibilität der Aktienmärkte hat das Anlagekomitee
beschlossen, Aktien noch nicht nachzukaufen. Swisscanto hält deshalb
aktuell ein Aktienuntergewicht von 1%.


Die Swisscanto Anlagepolitik am Beispiel des Anlagestrategiefonds
Swisscanto (LU) Portfolio Fund Balanced (in Prozenten)


+-------------------------------------------------------------------+
| | Aktuelle | Bisherige | Referenzindex |
| | Strategie | Strategie | |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Geldmarkt | 11.0 | 8.0 | 10.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen CHF | 33.0 | 33.0 | 33.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen Fremdwährung | 17.0 | 17.0 | 17.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien Schweiz | 7.8 | 8.4 | 8.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien Ausland | 31.2 | 33.6 | 32.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen gesamt | 50.0 | 50.0 | 50.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien gesamt | 39.0 | 42.0 | 40.0 |
+-------------------------------------------------------------------+



Ihre Kontaktperson:

Thomas Härter, Chief Strategist, Asset Management und Institutionelle
Kunden
Telefon +41 58 344 49 46, thomas.haerter@swisscanto.ch
Alexandra Künzi-Bay, Strategist, Asset Management und Institutionelle
Kunden
Telefon +41 58 344 49 47, alexandra.kuenzi@swisscanto.ch
Swisscanto Asset Management AG, Waisenhausstrasse 2, 8021 Zürich
www.swisscanto.ch


Swisscanto - Kompetenzzentrum der Kantonalbanken

Als spezialisierter Leistungserbringer der Kantonalbanken
konzentriert sich Swisscanto auf die Entwicklung und den Vertrieb von
qualitativ hoch stehenden Anlage- und Vorsorgeprodukten für Private,
Firmen und Institutionen:
* Anlagefonds für private und institutionelle Anleger
* Produkte der gebundenen und freien Vorsorge 3. Säule
* Vorsorgelösungen 2. Säule der Sammel- und Freizügigkeitsstiftungen
* Beratung und Verwaltung von Pensionskassen
* Kollektivvermögen der Anlagestiftungen
* Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Anleger
In der Schweiz ist Swisscanto einer der führenden Fondsanbieter und
Vermögensverwalter:
Das gesamthaft verwaltete Kundenvermögen beträgt rund CHF 60.0 Mia.,
wovon über CHF 50.3 Mia. in Anlagefonds investiert sind.
Copyright © Hugin AS 2008. All rights reserved.



 
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