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Aktien und Anleihen zu Lasten von Liquidität übergewichten

Swisscanto Investment Update Dezember 2008

Zürich, 2. Dezember 2008 - Während riskante Assets mit teilweise
hohen Mittelabflüssen zu kämpfen hatten, waren Geldmarktfonds in den
letzten Monaten sehr gefragt. Aufgrund der sehr tiefen Verzinsung ist
Liquidität aber unattraktiv. Anleihen und Aktien sind klar
vorzuziehen.
Das Jahr 2008 ist für den Weltaktienmarkt (bis jetzt) das
Schlechteste seit 1970. Die hohe implizite Volatilität führt zu
enormen täglichen Kursschwankungen, die alle Rekorde brechen. In den
letzten beiden Monaten erzielte der globale Aktienmarkt sogar die
schlechteste Rendite seit 40 Jahren. Der Verkaufsdruck war enorm und
führte zu einem aggressiven Repricing aller riskanten Assets. Gemäss
Citigroup und Investment Company Institute haben institutionelle
Investoren allein im 3. Quartal 2008 Mittelabflüsse in Höhe von rund
1% der gesamten Assets generiert. Besonders hart betroffen waren
Emerging Markets (über 4% Abflüsse), Hedge-Funds und europäische
Aktien. Die Abflüsse aus Anleihenprodukten betrugen rund 0.5% der
Assets, hingegen machten die Mittelzuflüsse in Geldmarktfonds seit
Jahresanfang rund 15% der Assets aus!
Das historische Ausmass der Verluste weckt Rufe nach längeren
historischen Vergleichen. Jedoch ist es nur in den USA (aufgrund der
Datenbank von Prof. Shiller) möglich, dieser Frage nachzugehen, wobei
auch hier die Daten von vor 1929 von der Qualität her nicht mit
späteren Daten vergleichbar sind. Sie zeigen jedoch eine geschätzte
Unterbewertung von rund 49% gegenüber Regierungsanleihen. Da die dem
Bewertungsmodell zugrunde liegende geschätzte Gleichgewichtsbeziehung
drei Variablen (Indexstand, Gewinne und Zinsen) hat, muss das
Gleichgewicht nicht zwingend durch höhere Kurse, sondern kann auf
drei Arten wiederhergestellt werden:
1. Indem der S&P 500 ansteigt
2. Indem die Gewinne sinken (wir wissen, dass die Gewinne im
historischen Vergleich zu hoch sind)
3. Indem die Zinsen ansteigen (wir wissen, dass insbesondere die
Zinsen von Staatsanleihen im historischen Vergleich zu tief sind).
In der Realität finden alle drei Anpassungsprozesse simultan statt.

Das Risiko, dass der extrem negative Nachrichtenfluss weiterhin auf
die Kurse drückt, ist aber hoch. Es werden zwar bereits sehr
schlechte Nachrichten erwartet, die tatsächlichen
Wirtschaftsindikatoren fallen in der Summe jedoch noch negativer aus
als erwartet. Die Einsicht, dass monetäre Stimuli erforderlich, aber
keinesfalls hinreichend sind und weitere Rettungspakete des Staates
notwendig sind, könnte die Abwärtsspirale stoppen. Gemäss einer
IMF-Studie fielen bei ausgewachsene Bankenkrisen im Durchschnitt
Fiskalkosten in der Höhe von rund 13.3% des Bruttoinlandprodukts an.
Da die derzeitige Krise simultan praktisch alle Industrienationen
geisselt, kann man von benötigten Hilfsprogrammen in Höhe von rund
20% des Bruttoinlandproduktes ausgehen. In den USA ist das bisherige
Hilfsprogramm mit 700 Mrd. USD in absoluten Zahlen zwar
beeindruckend, mit "nur" rund 4.8% des US-Bruttoinlandprodukts aber
völlig unzureichend.
Obama und die Mehrheit der demokratischen Kongressabgeordneten sind
sich dieser Tatsache bewusst. Deshalb rechnen wir mit einem zügigen
Durchpauken eines zweiten Rettungspaketes nach der Machtübergabe im
Januar. Fällt das Hilfspaket gross und "marktfreundlich genug" aus,
rechnen wir mit einer deutlichen Stabilisierung der Märkte. Diese
beinhaltet steigende Aktienmärkte, einen Rückgang der Credit-Spreads
und somit einen Anstieg der Firmenkreditanleihen, sowie einen
markanten Rückgang der Volatilität.
Aktuell bevorzugen wir aufgrund der extrem tiefen Verzinsung von
Geldmarktinstrumenten, Anleihen und Aktien. Bei den Aktien gewichten
wir Large Caps weiter deutlich über, da sie weniger negativ von der
Kreditklemme betroffen sind. Firmenanleihen (Credits) gewichten wir
gegenüber Staatsanleihen neutral. Rohstoffe halten wir weiter
untergewichtet. Denn sollte der Risikoappetit der Investoren wieder
ansteigen, dürfte das in Geldmarktinstrumenten geparkte Vermögen
zunächst in traditionelle Anlageformen wie Firmenanleihen und Aktien
fliessen und erst zu einem späteren Zeitpunkt in Rohstoffe.

Die Swisscanto Anlagepolitik am Beispiel des Anlagestrategiefonds
Swisscanto (LU) Portfolio Fund Balanced (in Prozenten)


+-------------------------------------------------------------------+
| | Aktuelle | Bisherige | Referenzindex |
| | Strategie | Strategie | |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Geldmarkt | 5.0 | 5.0 | 10.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen CHF | 35.6 | 35.6 | 33.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen Fremdwährung | 18.4 | 18.4 | 17.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien Schweiz | 8.2 | 8.2 | 8.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien Ausland | 32.8 | 32.8 | 32.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Obligationen gesamt | 54.0 | 54.0 | 50.0 |
|---------------------------+-----------+-----------+---------------|
| Aktien gesamt | 41.0 | 41.0 | 40.0 |
+-------------------------------------------------------------------+




Ihre Kontaktpersonen:
Thomas Härter, Chief Strategist, Asset Management und Institutionelle
Kunden
Telefon +41 58 344 49 46, thomas.haerter@swisscanto.ch
Alexandra Künzi-Bay, Strategist, Asset Management und Institutionelle
Kunden
Telefon +41 58 344 49 47, alexandra.kuenzi@swisscanto.ch
Swisscanto Asset Management AG, Waisenhausstrasse 2, 8021 Zürich
www.swisscanto.ch

Swisscanto - Kompetenzzentrum der Kantonalbanken
Als spezialisierter Leistungserbringer der Kantonalbanken
konzentriert sich Swisscanto auf die Entwicklung und den Vertrieb von
qualitativ hoch stehenden Anlage- und Vorsorgeprodukten für Private,
Firmen und Institutionen:
* Anlagefonds für private und institutionelle Anleger
* Produkte der gebundenen und freien Vorsorge 3. Säule
* Vorsorgelösungen 2. Säule der Sammel- und Freizügigkeitsstiftungen
* Beratung und Verwaltung von Pensionskassen
* Kollektivvermögen der Anlagestiftungen
* Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Anleger
In der Schweiz ist Swisscanto einer der führenden Fondsanbieter und
Vermögensverwalter:
Das gesamthaft verwaltete Kundenvermögen beträgt rund CHF 54,4 Mia.,
wovon über CHF 45,0 Mia. in Anlagefonds investiert sind.


This announcement was originally distributed by Hugin. The issuer is
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