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Gemeinsame Presseinformation von Süd-Chemie und Linde: Süd-Chemie und
Linde starten Produktion klimafreundlicher Biokraftstoffe |
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München, 7. Mai 2009 - Die Süd-Chemie AG, ein weltweit führender
Katalysatoren- und Adsorbentienhersteller, und The Linde Group, ein
weltweit führendes Gase- und Engineeringunternehmen, haben in München
die Herstellung klimafreundlicher Biokraftstoffe aus Lignozellulosen
gestartet.
Im Beisein des EU-Kommissars für Energie und Transport, Andris
Piebalgs, und Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur,
Verkehr und Technologie, Martin Zeil, wurde am 27. April 2009 am
Forschungsstandort der Süd-Chemie in München-Obersendling eine
Pilotanlage eingeweiht. Diese Pilotanlage wird bis zu zwei Tonnen des
Kraftstoffs Bioethanol aus Getreidestroh im Jahr herstellen.
Bei dem von Süd-Chemie und Linde entwickelten Verfahren werden aus
zellulosehaltigen Pflanzenbestandteilen, wie etwa Weizen- und
Maisstroh, mit Hilfe von biotechnologisch hergestellten Enzymen
Biokraftstoffe wie Ethanol gewonnen. Die Partnerunternehmen dieser
bislang einzigartigen Allianz ergänzen sich hervorragend: Während das
Know-how der Süd-Chemie im Bereich der Biokatalysatoren und der
Bioprozesstechnik liegt, verfügt Linde mit seiner Tochtergesellschaft
Linde-KCA-Dresden über weitreichende Erfahrung in der großtechnischen
Umsetzung chemischer und biotechnologischer Herstellungsverfahren.
Diese Biokraftstoffe der zweiten Generation weisen laut Experten
gegenüber heute bereits genutzten Biokraftstoffen der ersten
Generation, wie dem Biodiesel aus Rapsöl, eine deutlich verbesserte
Klima- und Energiebilanz auf, da beispielweise ihr
CO2-Einsparungspotenzial höher ist. Weiterhin stehen Biokraftstoffe
der zweiten Generation nicht in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungs-
und Futtermitteln.
Die EU-Kommission verspricht sich von Biokraftstoffen der zweiten
Generation einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen
Energiepolitik. Diese Biokraftstoffe stellen eine Form erneuerbarer
Energie dar, mit der gerade im Verkehrbereich die starke
Erdölabhängigkeit nachhaltig reduziert werden kann. Das neue
EU-Gesetzespaket zur Klima- und Energiepolitik fördert Biokraftstoffe
der zweiten Generation daher besonders.
Die nun eingeweihte Pilotanlage bildet im verkleinerten
Industriemaßstab den kompletten integrierten Herstellungsprozess ab,
um Stroh in Bioethanol umzuwandeln. Mit dem Bau einer größeren
Demonstrations-Anlage zur Produktion von einigen tausend Tonnen
Bioethanol im Jahr soll bereits in Kürze begonnen werden. Bayerns
Wirtschaftsminister Zeil: "Biokraftstoffe sind ein bedeutendes
Zukunftsthema. Die Pilotanlage ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg
zur ,Bio-Raffinerie', in der Chemikalien unter Einsatz moderner
biotechnologischer Methoden aus nachwachsenden pflanzlichen
Rohstoffen gewonnen werden. Idealerweise werden dabei alle
Inhaltstoffe der Pflanze als Nebenprodukte verwertet. Ich würde es
begrüßen, wenn sich Süd-Chemie und Linde auch bei der
Demonstrationsanlage für einen Standort in Bayern entscheiden."
Marktfähige Großanlagen zur industriellen Herstellung von
Biokraftstoffen der zweiten Generation aus Getreidestroh oder anderen
zellulosehaltigen Reststoffen rücken so in greifbare Nähe.
Potenziellen Kunden wie Ethanolherstellern, Firmen der
Mineralölindustrie oder anderen Unternehmen aus dem Industrie- und
Agrarsektor sowie Investoren steht eine leistungsfähige Partnerschaft
für die Planung und den Bau dieser Anlagen weltweit zur Verfügung.
Edgar Binnemann, Finanzvorstand der Süd-Chemie AG sagte: "Der Start
der Technikumsanlage zeigt die konsequente Umsetzung der Strategie
der Süd-Chemie, auf Basis unserer breiten Expertise in Biokatalyse
und Bioprozesstechnik nachhaltige ökologische Herstellungsverfahren
für klimafreundliche Biokraftstoffe wirtschaftlich effizient zur
Marktreife zu entwickeln."
Dr. Aldo Belloni, Mitglied des Vorstands der Linde AG erklärte: "Mit
unserem Know-How und der langjährigen Erfahrung in der Produktion von
klimafreundlichen Kraftstoffen leisten wir einen wichtigen Beitrag
für eine zukünftige emissionsarme Energieversorgung. Wir freuen uns,
dass wir nun mit dem Start dieser innovativen Technikumsanlage
Biokraftstoff nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig herstellen
können."
Über Biokraftstoffe der zweiten Generation
Die heute bereits gängigen Biokraftstoffe der ersten Generation
werden ausschließlich aus öl- bzw. stärke- oder zuckerhaltigen
Pflanzenbestandteilen hergestellt, beispielsweise Biodiesel aus
Rapsöl oder Bioethanol aus Stärke oder Zucker. Bei der Herstellung
von Biokraftstoffen der zweiten Generation hingegen werden nicht die
stärke- bzw. ölhaltigen, sondern nur die zellulosehaltigen
Bestandteile der Pflanze genutzt. Auf diese Weise erhält man mehr
Treibstoff durch die höhere energetische Ausbeute. Zudem konkurriert
der Treibstoff nicht mit Nahrungs- oder Futtermitteln, weil die
stärkehaltigen Pflanzenbestandteile, wie zum Beispiel das Maiskorn,
weiterhin für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden können.
Biokraftstoffe der zweiten Generation sind zudem klimafreundlicher
als Treibstoffe aus fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas,
weil die Pflanze während des Wachstums der Atmosphäre exakt die Menge
des Klimagases Kohledioxid entzieht, die später beim Verbrennen in
Motoren wieder freisetzt wird. Die Einführung klimafreundlicher
Biokraftstoffe der zweiten Generation wird durch gesetzliche
Rahmenbedingungen in den USA und der EU gefördert. In den USA
schreibt ein Ende 2007 beschlossenes Gesetz vor, dass bis 2022 etwa
15 Prozent des jährlichen US-Benzinverbrauchs (heute: 137 Mrd. Liter)
mit Biokraftstoffen substituiert werden sollen, knapp 60 Prozent
davon basierend auf lignozellulosehaltigen Reststoffen. Die vom
EU-Parlament im Dezember 2008 verabschiedete Richtlinie Erneuerbare
Energien schreibt bis 2020 einen Mindestanteil von 10 Prozent an
erneuerbaren Energieträgern im Verkehr zum Güter- und
Personentransport vor. Das derzeit in der EU jährlich anfallende
überschüssige Getreidestroh wäre mehr als ausreichend, um dieses
EU-Substitutionsziel von 10 Prozent durch Bioethanol der zweiten
Generation zu decken.
Über Süd-Chemie
Die Süd-Chemie (www.sud-chemie.com) ist ein in Deutschland
börsennotiertes (WKN: 729 200) weltweit tätiges
Spezialchemieunternehmen mit Sitz in München. Wesentliche Märkte des
Unternehmensbereichs Adsorbentien sind die Konsumgüter-,
Verpackungs-, Gießereiindustrie sowie die Wasserbehandlung. Produkte
des Unternehmensbereichs Katalysatoren bieten unter anderem Lösungen
für die Chemie-, Petrochemie- und Raffinerieindustrie, die
Energie-speicherung, Wasserstoffproduktion und Abluftreinigung.
Gemeinsamer Nenner aller Produkte und Leistungen der Süd-Chemie ist
der effiziente und schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen
zur Schaffung von mehr Lebensqualität für Mensch und Umwelt. Die
Süd-Chemie erzielte 2008 einen Konzernumsatz von knapp 1,2 Mrd. Euro,
davon 80 Prozent im Ausland. Ende März 2009 beschäftigte der Konzern
über 6.300 Mitarbeiter in weltweit 80 Produktions- und
Vertriebsgesellschaften.
Über Linde Group und Linde-KCA
The Linde Group ist ein weltweit führendes Gase- und
Engineeringunternehmen, das mit annähernd 52.000 Mitarbeitern in etwa
100 Ländern vertreten ist und im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von
12,7 Mrd. Euro erzielt hat. Die Strategie der Linde Group ist auf
ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der
gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden
Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde
handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern,
Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt - weltweit, in jedem
Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde
entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem
Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.
Weitere Informationen über The Linde Group finden Sie online unter
http://www.linde.com.
Die Linde-KCA-Dresden GmbH, eine Konzerngesellschaft der Linde Group,
ist ein führender Anbieter für Planung und Bau von Chemie-, Gas-,
Biotechnologie- und Pharmazieanlagen.
Weitere Informationen über Linde-KCA finden Sie online unter
http://www.linde-kca.com.
Für weitere Informationen:
Linde AG Linde AG
Presse Investor Relations
Uwe Wolfinger Thomas Eisenlohr
Telefon: +49.89.35757-1320 Telefon: +49.89.35757-1330
Süd-Chemie AG Süd-Chemie AG
Corporate Communications Corporate Communications
Patrick Salchow Jochen Orlowski
Telefon: +49.89.5110-250 Telefon: +49.89.5110-247
This announcement was originally distributed by Hugin. The issuer is
solely responsible for the content of this announcement. Copyright © Hugin AS 2009. All rights reserved.
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